Gustav Bumcke

Vater des klassischen Saxophons in Deutschland

Der deutscher Komponist und Musikpädagoge Gustav Bumcke gilt als Pionier des klassischen Saxophons in Deutschland und sorgte dafür, dass sich das Instrument wieder dort etablierte, wofür es einst von Adolphe Sax konzipiert wurde: als Instrument der Kammermusik .

Gustav Bumcke

* 18. Juli 1876; † 4. Juli 1963

Geboren 1876 in Berlin, widmete er sich nach einer Begegnung mit dem Sohn von Adolphe Sax im Jahr 1902 intensiv dem Saxophon und brachte mehrere Instrumente nach Deutschland. Er gründete das erste deutsche Saxophon-Orchester und etablierte eine Saxophon-Klasse am Stern’schen Konservatorium in Berlin.

Bumcke komponierte zahlreiche Werke für Saxophon, darunter Sonaten, Quartette und Konzerte, und veröffentlichte 1926 die erste deutschsprachige Saxophon-Schule. Seine Tochter Hilde, bekannt als Ingrid Larssen, wurde ebenfalls eine bekannte Saxophonistin.

Zusammen mit Sigurd Raschèr gilt Gustav Bumcke in der Fachwelt als Pionier des klassischen Saxophons in Deutschland.

Bumcke nahm nach dem Besuch der Oberrealschule und anschließenden kaufmännischen Lehrjahren Unterricht in Komposition bei Gustav Kulenkampff (1848–1921), Max Bruch und Engelbert Humperdinck Klavier bei Hugo Rüdel und Otto Neitzel sowie Trompete bei Julius Koslek (1835–1905). 1900 bis 1902 war er Theaterkapellmeister in Konstanz, Heilbronn und Bayreuth. 1902 lernte er auf einer Reise nach Paris den Sohn von Adophe Sax kennen. Bumcke brachte acht Saxophone (Instrumente mit dem „schönen, edlen Klang”in allen Größen mit nach Berlin und widmete seither seine ganze Schaffenskraft dem klassischen Saxophon in Deutschland.

Von 1903 bis 1936 lehrte er am Stern ’schen Konservatorium (siehe: Das Stern’sche Konservatorium in den 1920er-Jahren)in Berlin Musiktheorie, Harmonie und Komposition. Aus Mangel an guten Saxophonisten spielte Bumcke viele seiner Kompositionen selbst und gründete im Jahr 1927 am Stern’schen Konservatorium, später dann am  Klindworth-Scharwenka-Konservatorium eine eigene Saxophon-Klasse, aus der besonders Bumckes Tochter Hilde unter ihrem Künstlernamen Ingrid Larssen als deutsche Saxophonistin berühmt wurde. 1933 versöhnte er die nationasozialistischen Kulturpolitiker mit dem Instrument Saxophon, das weiterhin in deutschen Tanzorchestern eingesetzt werden konnte.

Zusammen mit Sigurd Raschèr gilt Gustav Bumcke in der Fachwelt als Pionier des klassischen Saxophons in Deutschland.