ARDESA e.V. - Historie und der Verein heute

Die musikalische Entwicklung des klassischen Saxophons in Deutschland geht maßgeblich auf die ARDESA e.V. zurück. Kaum jemand kannte das Saxophon in seiner ursprünglichen Funktion als Klassik-Instrument. Das war die Situation Anfang der 80er Jahre zum Gründungszeitpunkt der ARDESA e.V.

Gustav Bumcke

(Foto: Ries & Erler)

Situation in Deutschland in den 1920er Jahren bis 1982

Nach einem kurzem Aufschwung des Saxophons als klassisches Instrument in den 20er Jahren durch den Saxophon-Pionier Gutstav Bumcke, geriet das Saxophon – in seiner ursprünglichen Intention eigentlich als klassisches Instrument gebaut – in Deutschland in Vergessenheit. Bis in die 70er und 80er Jahre war es hierzulande vor allem als Jazzinstrument bekannt.

Gründung des Vereins 1982

Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 1982 die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Saxophonisten e.V. (ARDESA) gegründet. Die Gründungsmitglieder waren damals an der „Fachakademie für Musik Nürnberg“, der heutigen Hochschule für Musik, tätig. Zu Ihnen zählten:
Zielsetzung des neuen Vereins ab 1982

Hauptanliegen des neuen Vereins war zum einen die Ausrichtung des bisher größten „Welt Saxophon Kongresses“ in Nürnberg und somit erstmalig in Deutschland, vor allem aber, das klassische Saxophon in Deutschland zu etablieren! Die Gründer hatten sich großes vorgenommen:

Rückblickend kann man ohne Übertreibung von einer ARDESA-Erfolgsgeschichte sprechen:
Nachdem bis in die 70er Jahre das klassische Saxophon in Deutschland noch weitgehend unbekannt
war und auch kein professioneller Unterricht angeboten wurde, begann sich nach der Gründung und durch das Engagement der ARDESA die Lage deutlich zu verbessern. Erste Saxophon-Klassen (Klassik) wurden in
Nürnberg (Günter Priesner) und München (André Legros) eröffnet. Über die Jahre folgten Klassen in Berlin und weiteren Städten Deutschlands. Mittlerweile bieten 14 deutschen Musikhochschulen
klassisches Saxophon als Studiengang an.

Die ARDESA in den 80er und 90er Jahren

Durch die Verbreitung der Saxophonklassen wuchs in den 80er und 90er Jahren die Anzahl der professionell ausgebildeten Saxophonisten,
die Ihr Wissen an eine wachsende Zahl von Schülern und Studenten weitergaben. Die neue Position als vollwertiges Klassik-Instrument, das nun
nicht mehr als traditionelles Zweitinstrument der Klarinettisten angesehen wurde, ermöglichte an den Musikschulen eine Instrumentengerechte
Ausbildung. Die dafür benötigten Unterrichtspläne und Literaturlisten für den Verband Deutscher Musikschulen
wurden von der ARDESA (G. Priesner, Werner Böckmann) erstellt und bilden noch heute das Fundament des Saxophonunterrichts in
Deutschland.

Neuausrichtung des Vereins 2009

Nach dem Wechsel des Vorstandes Anfang 2009 stellte sich die ARDESA neuen Aufgaben und Inhalten.

Nachdem die damaligen Ziele im Hinblick auf Saxophonklassen, Musikschulen und „Jugend Musiziert“ weitestgehend erreicht waren und sich das Saxophon als klassiches Instrument wieder etabliert hatte, arbeitete der Verein überwiegend daran, die große Zahl von Saxophonisten in Deutschland bei der ARDESA zu vereinen.

Christoph Merkel & Thomas Tomaschek

Vorstand der ARDESA von 2009 bis 2018
(Foto: privat, 2012)

Der Verein ab 2018 bis heute

Heute wird an fast jeder deutschen Musikhochschule (siehe auch: Studienangebote) klassisches Saxophon als Hauptfach angeboten. In Musikschulen wird der Unterricht für klassisches Saxophon und Ensemblespiel insbesondere Saxophonquartett von gut ausgebildeten Dozentinnen und Dozenten erteilt.  

Gründungsmitglieder der ARDESA 1982

Günter Priesner

Gründungsmitglied

Dr. Vivienne Olive

Gründungsmitglied

Peter Athmann (†)

Gründungsmitglied

Dr. Wolfgang Graetschel (†)

Gründungsmitglied

Hans-Dieter Bauer (†)

Gründungsmitglied